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KROATISCHER GESANGVEREIN"SLAVULJ"
(1864-2004)
In der Neuzeit gegründete Stadt Petrinja liegt im unteren Kulpaland (Pokuplje),
am rechten Kulpaufer, eben an der Mündung des Flüsschen Petrinjèica in die Kulpa.
Diese Stadt Petrinja ist sehr wohl von der alten, mittelalterlichen Stadt Petrinja zu
unterscheiden, die sich etwa zehn Kilometer flussaufwärts von der Mündung des
Flüsschen Petrinjèica in die Kulpa befand. Nachdem die türkische Festung Petrinja im
Jahre 1595 in christliche, bzw. kroatische Hände übergegangen war, wurde sie zum
wichtigsten Punkt in der Verteidigung des Gebietes zwischen den Flüssen Una und
Kulpa.
Bis 1881 war diese Festung Bestandteil der Kroatisch-slawonischen
Militärgrenze, eines in Europa einzigartigen Verteidigungssystems, das Mitte des 16.
Jahrhunderts gegründet wurde, um die Eroberungszüge der Türken aufzuhalten. Als
urbanes Zentrum der Banalgrenze wurde Petrinja bald auch zum Wirtschafts-,
Bildungs- und Kulturzentrum dieses Teils der Militärgrenze.
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Nach dem Jahre 1881 hatte Petrinja hinsichtlich seines Kulturstatus sowie kroatisches Nationalgefühls und –Bewusstseins seiner Bürger am Ende des 19. und im Laufe des 20. Jahrhunderts Vorrang vor anderen kroatischen Städten derselben Größe und gab einen starken Rhythmus zur bildungs-kulturellen Entwicklung der Banovina und eines beträchtlichen Teils Kroatiens.
In der Kulturgeschichte jeder Stadt spielt die Musik eine wichtige Rolle, was in
Petrinja besonders stark zum Ausdruck kommt. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts
wurde in Petrinja vor allem krichliche Musik gepflegt, von katholischen Priestern und
Franziskanern aus der nahegelegten Klöster in Hrastovica gefördert. Die genannten
Franziskaner gründeten schon im Jahre 1700 eine Volksschule in Petrinja. Nachdem
die Franziskaner aus der Stadt ausgesiedelt hatten, waren die Lehrer in Petrinja auch
Organisten der Pfarrkirche des Hl. Lorenz. Die ersten Musikvereine, deren Mitglieder
musikalisch gebildet waren, begannen ihre Tätigkeit in den Städten der Kroatischslawonischen
Militärgrenze, zu denen auch Petrinja gehörte, am Ende des 18. bzw. am
Anfang des 19. Jahrhunderts. Als solche sind vor allem Regimenterkapellen, aber auch
Sängerchoren und gewandte Klavierspieler zu bezeichnen. Bei den öffentlichen
Auftritten in Petinja, Bjelovar und Nova Gradiška um 1815 befanden sich auf dem
Programm auch Arien aus bekannten Opern österreichischer Komponisten Wolfgang
Amadeus Mozart (1756-1791) und Joseph Weigl (1766-1846), des französischen
Komponisten Nicolas Isouard (1775-1818), des italienischen Komponisten Luigi
Gaspare L. Spontini (1774-1851) und von anderen. In Petrinja, dem Sitz des Zweiten
Banalregimentes, wurde die Regimentskapelle schon in der zweiten Hälfte des 18.
Jahrhunderts gegründet, während die Ursprünge der städtischen Musik im Jahre 1808,
als die Bürger-Militz gegründet war, zu suchen sind. Jedoch bis zur Gründung des
Musikvereins (1841) war die Tätigkeit der Stadtmusik fast völlig unbedeutend, denn
bei allen wichtigeren Jahresfeiern und anderen festlichen Gelegenheiten wurde die
Zivil- und Militärbevölkerung Petrinjas von der gut geübten Regimentskapelle
unterhalten.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in Zivilkroatien und in der
Militärgrenze Musikvereine nach dem Vorbild jener Vereine aus Wien, Graz, Laibach
usw. gegründet. Solche Vereine, sehr oft Musik-Institut, Gesellschaft der Musikfreunde und am häufigsten Musik-Verein genannt, wurden in Križevci (1813), Varaždin und
Zagreb (1827), Senj (1828), Osijek (1830) und in Petrinja im Jahre 1841 gegründet.
Patriotisch gesinnte Bürger und Militärgrenz-Offiziere in Petrinja bemühten sich Ende
der 30er und Anfang der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts, einen Musikverein nach dem
Vorbild des Zagreber Musikvereins zu gründen. Der Musikverein in Petrinja wurde
schließlich 1841 gegründet. Die Tätigkeit dieses Vereins erfolgt zuerst nach den Regeln
des Zagreber Musikvereins, da die Regeln des Musikvereins in Petrinja erst am 28.
September 1842 vom Hofkriegsrat bestätigt waren. Die Regeln des Musikvereins in
Petrinja lassen die Möglichkeit zu, innerhalb des Vereins eine besondere Musikschule,
eine Abteilung für kirchliche Musik sowie eine für Musiktheorie, dann städtische
Blechmusik und einen Verein für Chorgesang zu gründen.
Als selbständige Gesellschaften, gegründet mit dem Ziel, nicht professionellen
Chorgesang zu pflegen, kamen die kroatischen Gesangvereine meistens nach dem Jahre
1860 zu Stande. Ihre Entstehung in kroatischen Ländern war mit Bemühungen der Bürger
aus den nationalbewussten Kreisen verbunden, in ihrem Milieu günstige Bedingungen für
Schaffung solcher Musik zu stellen, die vor allem als Hebel für die Erweckung und
Entwicklung des Nationalbewusstseins bei den Kroaten dienen würde. Die ersten von
solchen Gesellschaften in Kroatien wurden in Karlovac (1858), Zagreb (1862) und in
Križevci (1864) ins Leben gerufen. Von diesen Beispielen zur regeren Aktivität bewogen,
arbeitete man in Petrinja im Jahre 1864 sehr lebhaft an der Gründung einer Gesellschaft, die
alle diejenigen umfassen würde, die kroatischen Gesang fördern wollten, den man zu dieser
Zeit in der Öffentlichkeit sehr selten hören konnte. Die erste Verabredung hinsichtlich der
Gründung eines kroatischen Musikvereins in Petrinja fand am Ende des Jahres 1864 statt
und der Anstoß dazu kam vom Lehrer Josip Bøiza, der tschechischer Herkunft war.
In der Stadt existierte damals im Rahmen der Musikschule ein privates
männliches Vokalquartett, in dem auch er sang und später sogar dessen Leiter war. Er war
der Meinung, man sollte nach diesem Vorbild einen "einheimischen" Gesangverein
gründen. Deswegen versuchte er, so viele Bürger von Petrinja, die über Begabung und
Interesse für das Singen sowie über gewisse musikalische Ausbildung verfügen, wie
möglich an sich zu ziehen, und er begann, sie im vierstimmigen Gesang privat zu
unterrichten und auf diese Weise erweckte er unter seinen Mitbürgern das Interesse für
den Volksgesang. Das waren die ersten Schritte, die zur Gründung "Petrinjaer
Gesangverein" führten. Zu dieser Zeit hatte dieser Gesangverein eher einen privaten
Charakter und die Singproben wurden im Gebäude des Realgymnasiums (heute ist hier
die I. Grundschule) veranstaltet. Die ersten von Sängern aus Petrinja geübten Lieder
waren, nach Bøizas Worten, ein "gewisser" Schützersmarsch aus Tyrol, ins Kroatische
übersetzt, dann Wecklied Naprej zastave slave des slowenischen Komponisten Davorin
Jenko und Lied Byvali èechowe statni junaci vom tschechischen Komponisten František
Škroup. Musiklehrer Ernest Joanelli und Johann Šplihal halfen Bøiza im musikalischen
Unterricht der Sänger in Petrinja in den ersten Jahren des Bestehens des Vereins.
Der Gesangverein fand gute Aufnahme bei den Bürgern von Petrinja, so dass der
Verein schon im Jahre 1865 aus einem privaten in einen ständigen, öffentlichen
Gesangverein transformiert wurde, die Benennung aber - "Petrinjaer Gesangverein" -
bleibt unverändert. Als im Oktober 1865 Stjepan Pejakoviæ - ein hervorragender
Staatsbeamter und Politiker, in Petrinja geboren, aber derzeit in Wien lebend – eine Zeit
lang in Petrinja verbrachte, bereitete für ihn eine Gruppe von etwa siebzig angesehener
Bürger von Petrinja ein festliches Abendessen im Haus des petrinjaer Gastwirtes und
Händlers Gjuro Bifflin vor, also in demselben Haus, wo im Jahre 1864 die erste
Verabredung über die Gründung des Gesangvereins stattfand. Für diese Gelegenheit
komponierte J. Bøiza einen Marsch unter dem Titel Marš Pjevaèkog društva u Petrini.
Im Laufe des Jahres 1866 wurden die Singproben des Gesangvereins zu Petrinja,
mit dessen Namen immer häufiger auch die Benennung "Slavulj" (Nachtigall) in
Verbindung kam, im neuen Gebäude des Realgymnasiums abgehalten, und zwar in der
Regel abends, dreimal in der Woche. Obwohl er Naturkunde und Physik unterrichtete,
übte J. Bøiza unermüdlich die Sänger in Petrinja im Singen. Unter den Sängern in
Petrinja waren damals meistens Handwerker und Händler, es gab aber auch einige
Offiziere, Beamte und Angestellte aus dieser Stadt. Der Gesangverein zu Petrinja hatte
im Jahre 1866 ein paar öffentliche Auftritte. Jener Auftritt des Gesangvereins anlässlich
der festlichen Segnung der Realschule (am 26. April 1866) ist besonders zu nennen, den
der Pfarrer von Petrinja, Josip Lehpamer, im Beisein vom General Ðuro Paveliæ, von
Schuldirektor und Lehrern, Schülern und zahlreichen Bürgern von Petrinja leitete.
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Die Arbeit des Gesangvereins "Slavulj" seit 1866 könnte man auf Grund von
geschriebenen historischen Angaben als gut einschätzen. In Wintermonaten wurden
Konzerte in den Räumen von Èitaonica (Lesesaal) veranstaltet, die damals im Gebäude
"Bei goldenem Löwe" untergebracht war (dort war später Hrvatski dom – Kroatischer
Heim), und im Sommer trat "Slavulj" im Städtischen Schützenhaus auf (später war dort
bekanntes Ausflugslokal PIGIK). Von der Gründung des Gesangvereins bis zum Mai
1868 fiel fast die ganze Last hinsichtlich der Tätigkeit des Vereins auf die Schulter
derjenigen Person, die für die Gründung des Vereins am meisten verantwortlich war und
das war natürlich Josip Bøiza. Da der Gesangverein "Slavulj" in ziemlich ungünstigen
politischen Umständen und im steifen militärischen Milieu der Militärgrenze wirkte,
wurden die ersten Regeln des Vereins erst 1866 zusammengestellt und schließlich im
Jahre 1869 von den zuständigen Behörden bewilligt.
Der Name des Gesangvereins zu Petrinja "Slavulj" wurde nach 1868 ständig
gebraucht, und der Anlass zu diesem Namen bekamen die Sänger in Petrinja und Bøiza
selbst wahrscheinlich aus dem Gedicht Jezik roda moga (1861, Die Sprache meines Stammes)
des bekannten kroatischen Dichters aus dieser Zeit, Petar Preradoviæ.
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Die zahlreichsten
Gedichte kroatischer Dichter, die J. Bøiza vertonte, waren die Gedichte von Ivan
Trnski und Petar Preradoviæ.
Preradoviæs Gedicht Jezik roda moga wurde von Bøiza allerdings nicht vertont, dieses Gedicht aber war Bøiza und seinen Sängern sehr wohl bekannt, so dass die Versen der siebenten Strophe, in denen über die Nachtigall und den milden und überall berühmten Nachtigallenschlag gedichtet wurde, wahrscheinlich den wichtigsten Einfluss auf die Entscheidung über den Namen des Gesangvereins ausgeübt hatten.
Das erste Konzert außerhalb Petrinja hielt der Gesangverein "Slavulj" im Juli
1868 in Topusko, und einen bemerkenswerten Auftirtt hatte der Verein auch in Militär-
Sissek am 1. September 1869 anlässlich des Erscheinens der ersten Nummer des
oppositionellen Blattes Zatoènik. In Sissek sind 20 Sänger des Gesangvereins "Slavulj"
aufgetreten und das war damals der größte Erfolg des Vereins von seiner Entstehung. Der
Gesangverein "Slavulj" bekam viele fachmännische Anerkennungen, und die Sänger des
Vereins gaben damals Anstoß zur Gründung eines ähnlichen Vereins, der unter dem
Namen "Danica" (Morgenstern) Ende des Jahres 1869 in Neu-Sissek zu wirken begann.
Festliche Segnung der ersten Fahne des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj"
fand 1872 in Petrinja statt und bei dieser Gelegenheit traten auch die damals
bekanntesten kroatischen Gesangvereine auf. Das Lied zur Ehre der Vereinsfahne schrieb
für diese Gelegenheit Schriftsteller Ivan Zahar und vertonte Gjuro Eisenhuth. Sehr bald
nach diesem großen Fest verließ den Gesangverein sein Gründer und Dirigent J. Bøiza,
wegen seiner beruflichen Versetzung aus Petrinja. Die Sänger des Gesangvereins
"Slavulj" setzten ihre Tätigkeit unter dem Dirigentenstäbchen von Venceslav Skoop
(1872-1875) fort. In dieser Periode traten die Sänger des Gesangvereins "Slavulj" bei
mehreren festlichen Gelegenheiten auf, beispielsweise sie sangen im feierlichen Teil des
Programms der Zweiten allgemeinen kroatischen Lehrerkonferenz, die von 25. bis zum
27. August 1874 in Petrinja stattfand, und in demselben Jahr auf Einladung des
Kroatischen Gesangvereins "Kolo" (Reigen) nahmen sie zusammen mit anderen Gesangvereinen an feierlichen Veranstaltungen anlässlich der Gründung der kroatischen
Universität am 19. und 20. Oktober in Zagreb teil. Bei dieser Gelegenheit leisteten die
Sänger aus Petrinja ihren Beitrag zur Initiative zur Gründung des Kroatischen
Sängerverbandes und an den Festlichkeiten anlässlich der Segnung der Fahne des
Kroatischen Gesangvereins "Danica" in Sissek 1875 nahmen sie aktiv an der Gründung
des genannten Verbandes teil. Seitdem ist der Gesangverein "Slavuj" ein ständiges
Mitglied des Kroatischen Sängerverbandes, jedoch mit kleineren Unterbrechungen vor
allem in den Jahren der größeren Krisen und Stockungen in Arbeit des Vereins, und auf
diese Weise trägt er durch seine Vertreter im Verband zur Entwicklung des Chorgesanges
in Kroatien bei.
Seit 1878 trägt der Petrinjaer Gesangverein "Slavulj" den Namen Kroatischer
Gesangverein "Slavulj", womit der langjährige Wille des damaligen Vorsitzenden des
Vereins Ivan von Petrušiæ, vieler Mitglieder des Vereinsvorstandes sowie Sänger
verwirklicht wurde, und von denen sind vor allem Professor Mijo Biljan, Nikola Kos,
Vilim Grgiæ usw. zu nennen.
Von der Gründung des Gesangvereins (1864) bis zur endgültigen Abschaffung der
Militärgrenze (1881) und Integration der Stadt Petrinja in Zivilkroatien war der
Kroatische Gesangverein "Slavulj" der wichtigste, umfassendste und der massenhafteste
kulturelle Verein in Petrinja, in dessen Wirkung sich das kulturelle Leben der Bürger von
Petrinja abspiegelt. Im Unterschied zu einigen anderen Gesangvereinen, vor allem in
Zivilkroatien, richteten die Mitglieder des Gesangvereins "Slavulj" ihre Wirkung nicht
ausschließlich darauf, Vokal- und Instrumentalmusik zu fördern, sondern auch darauf,
die musikalische Kultur der Bürger von Petrinja auszubilden. Dank seinem Vorstand
bekommt der Gesangverein "Slavulj" zu dieser Zeit ausgeprägt kroatische nationale
Merkmale. Abendliche Veranstaltungen mit Gesang, früher vor allem von hiesigen
Bürgern, Priestern und Militärpersonal besucht, wurden immer mehr auch zu
Treffpunkten des sog. Kontribuenten-Standes, in erster Linie der Bauern. Es ist zu
betonnen, dass seit seiner Gründung im Jahre 1864 im Gesangverein "Slavulj" neben
Kroaten auch einige hiesigen Serben singen, die sich damals im eigentlichen Sinne des
Wortes als Einwohner von Petrinja und loyale Bürger der Habsburgermonarchie, aber
auch ihres engeren Heimatlandes Kroatien betrachten. Außer ihnen, einen riesigen
Beitrag zur Wirkung des Gesangvereins "Slavulj" gaben zahlreiche Tschechen und einige
Slowenen, Ungaren, Österreicher, Italiener usw., besonders zur Erhöhung der Qualität
von musikalischen Errungenschaften des Vereins.
Schon im ersten Jahre der allmählichen Integrierung der Stadt Petrinja in
Zivilkroatien (1881) erreichte der Chor des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj" sehr
große Erfolge mit Liedern, deren Worte der damalige Vorsitzende des Vereins Stjepan
Vukovski schrieb und die der Chorführer Vinko Hendrych vertonte. Solche Lieder
wurden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf den Konzerten des Vereins vorgetragen,
und ein von ihnen war der zweite Marsch des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj" (den
ersten Marsch des Vereins komponierte J. Bøiza). Erfolgreiche Auftritte des
Gesangvereins "Slavulj" waren beispielsweise auch, als der Verein zum zweiten Mal in
Zagreb anlässlich der Feier des 20-jährigen Jubiläums des Kroatischen Gesangvereins
"Kolo" im Jahre 1882 gastierte, dann an der 25-jährigen Jubiläumsfeier des
Kroatischen Gesangvereins "Zora" im Jahre 1884 in Karlovac und auch als "Slavulj"
zum dritten Mal in Zagreb gastierte anlässlich der Jübileumsausstellung der Kroatischslawonischen
Landwirtschaftsgesellschaft im September 1891. Der Kroatische
Gesangverein "Slavulj" sang Lieder von Ivan Zajc, Vatroslav Lisinski, Josip Eisenhuth
und Vinko Hendrych, aber zweimal sang er auch das Lied Lijepa naša domovino
(Unser schönes Heimatland), das damals offizielll noch nicht für kroatische Hymne
erklärt wurde. Eben nach der Vorführung dieses Liedes am 8. September 1891 beganen
Disskussionen darüber, dass dieses Lied zur kroatischen Staatshymne wurde. Im
Herbst 1891 wurde der weibliche Chor des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj"
gegründet und nächstes Jahr kam auch der Mischchor zu Stande, in dem 24 Bürgerinnen von Petrinja sangen.
Die Sänger des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj" nahmen auch an den
Feierlichkeiten anlässlich der 50-jährigen Jubiläums der musikalischen Wirkung von
Ivan Zajc teil, die der Kroatische Sängerverband im Jahre 1895 in Zagreb organisierte.
Bei dieser Gelegenheit trafen die Vertreter des Gesangvereins "Slavulj" den großen
kroatischen Musiker persönlich und als Zeichen ihrer Hochschätzung schenkten sie ihm
einen mit Silber geschmückten Tonkrug (stucka), ein typisches Souvenir aus Petrinja.
Bald darauf wurde Ivan Zajc zum Ehrenmitglied des Gesangvereins "Slavulj" genannt
und Ende 1897 benutzte Maestro das Motto des genannten Vereins Teb’ u slavu dome naš
(Zu deiner Ehre, unser Heim) als literarische Vorlage und komponierte den Marsch des
Kroatischen Gesangvereins "Slavulj", den dritten Marsch des Vereins in seiner
Geschichte.
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An der Wende zum 20. Jahrhundert veranstalten die Sänger des Kroatischen
Gesangvereins "Slavulj" eine Reihe von Wohltätigkeitskonzerten, auf deren
Programmen meistens Lieder von Ivan Zajc, F. S. Vilhar, V. Novak, J. Eisenhuth sowie
die Lieder von ehemaligen und damals aktuellen Dirigenten des Gesangvereins
"Slavulj", also die Lieder von V. Hendrych, Slavoljub Lžièar, Josip Hajek, Karl Pienta,
Vinko Šubir, Ivan Havlu usw. standen. Beneidenswertes musikalisches Niveau erreichte
der männliche Chor des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj" während seiner berühmten
Gastierung im Juni 1900 in Sarajevo, als er zusammen mit anderen Chören aus Kroatien
an der Feier des hiesigen Kroatischen Gesangverein "Trebeviæ" erfolgreich teilnahm. Bei
dieser Gelegenheit konnten das kunstvolle Singen des Chors des Gesangvereins
"Slavulj" nicht nur zahlreiche Einwohner von Sarajevo, sondern auch bekannte
kroatische Dichter und Wissenschaftler wie. z.B. Silvije Strahimir Kranjèeviæ, Tugomir
Alaupoviæ, dr. Ivo Pilar, dr. Ante Trumbiæ u. a. genießen. Nach der Rückkehr aus
Sarajevo nahm der Gesangverein "Slavulj" an der Versammlung des Kroatischen
Sängerverbandes im September 1900 in Varaždin sowie an den Feierlichkeiten anlässlich
des 25-jährigen Jubiläums des Kroatischen Gesangvereins "Vila" (Fee) aus Varaždin teil.
Im Laufe der Jahre 1901 und 1902 erlebte der Gesangverein "Slavulj" einen bedeutenden
Aufschwung, vor allem wegen der Bemühungen des Geschichtsschreibers dr. Rudolf
Horvat.
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Der Chor des Vereins hatte erfolgreiche Auftritte an den zentralen festlichen Veranstaltungen des Kroatischen Sängerverbandes in Osijek (1901) und in Zagreb (1902). Mit kleineren oder größeren Stockungen in der Arbeit wirkte der Gesangverein "Slavulj", geleitet von Dirigenten Stjepan Križaniæ und Stjepan Ivièiæ, bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges. In den ersten zehn Jahen des Bestehens des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen erreichte der Gesangverein "Slavulj" seine größten musikalischen Erfolge unter dem Dirigentenstäbchen von Vladimir Stahuljak, der für den Verein mehrere Lieder komponierte, von denen die bekantesten Razlièak, Petrinjsko cvijeæe I. und Petrinjsko cvijeæe II. sind.
Da die Vorbereitungen für die große Feier des 50-jährigen Jubiläums des
Kroatischen Gesangvereins "Slavuj" im Jahre 1914 wegen der Kriegsoperationen
unterbrochen waren, fand die Feier des ununterbrochenen Wirkung des Kroatischen
Gesangvereins "Slavuj" erst etwa zehn Jahre später statt, als die Feier des 60-jährigen
Jubiläums des Vereins anstatt im Jahre 1924 ein Jahr später, also 1925, veranstaltet wurde
und zwar im Rahmen der allgemeinen Feierlichkeiten anlässlich des 1000-jährigen
Jubiläums der Gründung des Königreichs Kroatien. Das Jubiläumsfest des
Gesangvereins "Slavulj" machten vierzehn Chöre aus ganz Kroatien durch ihre Auftritte
noch glänzender. Bei dieser Gelegenheit fand in Petrinja konstituierende Versammlung
des neugegründeten lokalen Musikvereins Eisenhuth mit dem Sitz in Sissek statt, und
zwar im Beisein vom Vorsitzenden des Kroatischen Sängerverbandes, Maestro Nikola
Faller.
Seit 1918 standen am Programm fast aller Konzerte des Gesangvereins "Slavulj"
neben den Liedern kroatischer und slowenischer Komponisten auch Lieder des
serbischen Komponisten Stevan Mokranjac, ja sogar auch die Lieder der ukrainischen
Komponisten Botrnjanski, Brezovski usw. Kirchenmusik im Gesangverein "Slavulj"
förderte besonders Dirigent Stjepan Križaniæ. Zur Weihnachtszeit führte er mit den
Sängern des Vereins "Slavulj" sehr gern die von Stjepan Ivièiæ und Andrija Zagorac
bearbeiteten Volkslieder aus Petrinja aber auch die Lieder aus der Weihnachtsgeschichte von Rudolf Matz vor. Im Gedächtnis blieben sehr lange auch Lamentationen, bzw.
Klagelieder Jeremias, die S. Križaniæ mit den Chören des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj" geübt hatte und jahrelang in der Karwoche vorführte.
Bei Gelegentheit der Feier vom 70-jährigen Jubiläum des Vereins im Jahre 1935
wurde auch die Feier des 100-jährigen Jubiläums der kroatischen Hymne veranstaltet. In
demselben Jahr wurde auch die Kapelle des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj"
gegründet, die in Vereinsuniformen gekleidet einmal in der Woche das sog.
Promenadenkonzert im mittleren Teil der Stadtpark in Petrinja hielt. Das Jahr 1937 war
ziemlich bedeutend in der Geschichte des Gesangvereins "Slavulj". In diesem Jahre
wurden die neuen Regeln des Gesangvereins verfasst und angenommen, die neue (dritte)
Fahne des Vereins wurde gesegnet und zum ersten Mal in seiner später erfolgreichen
Karriere trat in Petrinja Maestro Jakov Gotovac auf, später bekannter Komponist und
Freund des Gesangvereins "Slavulj". Das geschah auf der Matinee am 15. August 1837,
an der sieben Sängerchöre teilnahmen und an der Jakov Gotovac als Dirigent des
Kroatischen jugendlichen Gesangvereins "Jug" (Süden) erstmals auf der Bühne auftrat.
Nach 1945 wurde den Sängern des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj" nicht
erlaubt, unter diesem alten Namen aufzutreten, so dass sie seit 1948 als Sängersektion des
Kulturell-künstlichen Arbeitervereins "Artur Turkulin" ihre Tätigkeit weiter ausüben. Im
Zeitraum von 1945 bis 1991 setzten die Sänger aus Petrinja ihre erfolgreiche Wirkung fort
und erzielten eine Reihe von großen Erfolgen vor allem dank der riesigen Bemühungen von
ehemaligen Sängern des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj" Eduard Gener, der im
reorganisierten Verein als Sekretär und Vorsitzender wirkte, dann von Mate Buèar, der
jahrelang den Chor als Dirigent leitete, dem Sänger Miljenko Novakoviæ und von anderen.
Vor allem dank ihnen wurde im Jahre 1964 das 100-jährige Jubiläum des organisierten
Chorgesanges in Petrinja festlich gefeiert und zwar in Organisation des Kulturellkünstlichen
Arbeitervereins "Artur Turkulin". Derselbe Organisator veranstaltete in
Petrinja von 1968 bis 1972 fünf Festivals der Sängerchöre Kroatiens. Die Sänger des
Kulturell-künstlichen Arbeitervereins "Artur Turkulin" nahmen am Internationalen
Poliphoniewettkampf in Arezz (Italien) im Jahre 1972 und am Internationalen
Sängerwettkampf in Montreux (Schweiz) im Jahre 1974 teil. In der Zeitperiode zwischen
1979 und 1991 war das musikalische Niveau der Sängerchöre des Vereins "Artur Turkulin"
unter der Fährung des Dirigentes Nikola Bašiæ bedeutendermaßen erhöht. Die Auftritte
dieser Chöre an den jährlichen Treffen der Sängerchöre Kroatiens in Zadar, dann
verschiedene Auftritte in ganz Kroatien, Slowenien und Bosnien und der Herzegowina wurden sehr positiv von bekanten Musikexperten geschätzt.
Zur Zeit der großserbischen Okkupation von Petrinja (1991-1995) verstummte
zeitweilig der Gesang des gemischten Sängerchores des Kroatischen Gesangvereins
"Slavulj". Lange Tradition des Chorgesanges in Petrinja setzten im freien Teil Kroatiens
und in ganz Europa sehr erfolgreich die Sänger des Mänlichen Vokalensembles
"Petrinjski slavulji" (Nachtigalle aus Petrinja) unter der Leitung des Vorsitzenden des
Kroatischen Gesangvereins "Slavulj", Želimir Ðenðinoviæ, fort. Das Ensemble wurde
1988 unter dem Namen "Nonet" – "Petrinjski nonet" als eine Sektion des Kulturellkünstlichen
Arbeitervereins "Artur Turkulin" gegründet.
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Nach der Befreiung Petrinjas von der serbischen Okkupation (1995) wirkt der
Kroatische Gesangverein "Slavulj" wieder in seiner Stadt und unter dem
Dirigentenstäbchen des Maestro Josip degl’ Ivelli erzielte der Verein von 1995 bis zum
Jubiläumsjahr 2004 die größten Erfolge in seiner langen und reichen Geschichte. Neben
dem schon bestehenden Männlichen Vokalensemble wurde im Jahre 1996 im Rahmen
des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj" auch das Weibliche Vokalensemble
"Petrus"gegründet, das unter Leitung von Maestro Josip degl’ Ivelli auch erfolgreich
wirkt. Die Sänger aus Petrinja nahmen an den einheimischen Wettkämpfen (Petrinja,
Zagreb, Sisak, Bjelovar, Nova Gradiška, Virovitica, Split, Dubrovnik, Rijeka, Makarska,
Podgora, Solin, Opatija, Volosko, Zabok, Krapina, Senj, Novi Vinodolski, Rab, Glina,
Topusko, Lekenik, Kutina, Kuzminec, Ivaniæ Grad, Jastrebarsko, Ðakovo, Osijek, Hum
na Sutli, Hrastovica, Samobor, Gornja Stubica, Hrvatska Kostajnica), aber auch an
internationalen Wettkämpfen und Gastierungen teil, beispielsweise in der Schweiz
(1995), in Italien (1996 und 1998), dann die Teilnahme an der Audienz beim Heiligen
Vater Johann Paulus II.; sie sangen auch mehrmals in Deutschland –
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in Neuminster und Kiel (1995), dann im kleinen aber in historischer Hinnsicht reichen Stadt Osnabrück (1996) und in Karlsruhe (2002); es sind auch ihre Gastierungen in Österreich, am Zweiten ökumenischen europäischen Treffen in Graz (1997) und in St. Pölten (1998) sowie in der Tschechischen Republik, in Prag und in Roudnice an der Elbe (2000) zu nennen. Wahrscheinlich zu den kostbarsten Erfolgen des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj" in dieser Zeit sind aber die Einübung anspruchsvoller Lieder von bekannten aber auch von fast vergessenen kroatischen Komponisten und ihre Aufnahme auf mehreren Compact Discs zu zählen, und all das wurde durch viel Mühe des Maestro Josip degl' Ivellio und durch selbstverleugnende Teilnahme von Sängerinnen und Sängern erzielt. Seine erste Compact Disc mit den sakralen von Krsto Odak vertonten altslawischen Texten nahm der Mischchor des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj" zusammen mit dem gemischten oratorischen Chor "Hosanna" der Kirche des Hl. Petrus aus Zagreb und dem Mädchenchor derselben Kirche im Oktober 1997 auf, und die Promotion der CD erfolgte zwei Monate später. Dann folgten noch zwei Compats Discs desselben Chors, die CD mit geistlichen Liedern von Alba Vidakoviæ, 1998 aufgenommen und im Januar 1999 promoviert, und die CD mit kroatischen von Franjo Dugan harmonisierten Weihnachtsliedern, im Jahre 2000 aufgenommen und zwei Jahre später promoviert.
Das männliche Vokalensemble "Petrinjski slavulji" nahm unter der Leitung des Dirigenten J. degl' Ivellio zusammen mit dem gemischten Chor "Hosanna" und dem franziskanischen Juniorenchor "Cor unum" aus Zagreb im November 2001 eine CD mit den Liedern des Vaters Bonaventura Duda unter dem Titel Dušo Kristova, posveti me (Seele Christus, weihe mich) auf, und diese CD wurde im Januar 2002 promoviert. Die erste selbstständige CD mit Liedern von Vladimir, Mladen und Juraj Stahuljak nahm der gemischte Chor des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj" auf und promovierte im Jahre 2001. Dann folgte eine doppelte CD, auch in selbständiger Aufführung, mit Liedern von Emil Cossetto (2003). Im Frühling 2004 nahm der Kroatische Gesangverein "Slavulj" eine CD mit den Liedern auf, die der seligen Marija Propetog Isusa Petkoviæ gewidmet sind, und diese CD wurde auch bald promoviert. Im Juni 2004 nahm der Verein eine CD mit den Liedern von Ordensschwester Slavka Senta aus dem Dominikanerorden auf (zurzeit noch in Vorbereitung). Als ein eigenartiges Geschenk zur Feier des 140-jährigen Jubiläums der Wirkung des Kroatischen Gesangvereins "Slavulj" wurde in demselben Jahre auch die CD unter dem Titel Petrinjska glazbena razglednica (Musikalische Ansichtskarte aus Petrinja) aufgenommen. Die Promotion dieser CD ist für November 2004 geplant.
Im Jahre seines großen Jubiläums und der Feier seiner 140-jährigen Existenz und
Wirkung, die unter Schirmherrschaft des Präsidenten der Republik Kroatien, Stjepan
Mesiæ, abgehalten wird, bekommt der Kroatische Gesangverein "Slavulj" einige
Belohnungen, unter denen der Preis der Stadt Petrinja für wesentlichen Beitrag und
Verdienste in der Förderung, Entwicklung und Unterstützung der Kultur und Künste in
der Stadt Petrinja besonders hervorzuheben ist.
Dr. sc. Ivica Golec
Übersetzt von
Vlasta Švoger
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